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Kreislauferkrankungen gehen alle an – wie der Aufmarsch zum Vortrag der Herzstiftung Olten zeigte

Mi 16.04.2014 16:53
Autor: Herzstiftung Olten


Pressebericht Oltner Tagblatt zur öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema „Hirnschlag und Herzinfarkt Vorbeugen - Behandeln - Rückfälle vermeiden“


Schon Paracelsus soll gesagt haben: «Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.» Voilà. Das war zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Heute tönts positiv, wenn der Herzspezialist Prof. Dr. Hugo Saner zum Vortrag ruft. Er sagt eher, dass eigentlich nichts Gift ist, aber es komme halt schon auf die Dosis an. Oder präziser: «Sie dürfen alles essen, aberhalt alles mit Mass», klärt er sein Publikum auf, welches mit einer rund 300-köpfigen Präsenz glänzt.


Viele von ihnen haben Herz- und Kreislaufleiden hinter sich, andere stecken mitten in einer Therapie und wieder andere wollen solche «troubles» unbedingt vermeiden. Da weiss Doktor Saner Rat, der charmant und unterhaltsam die erste knappe Stunde in der Aula der Fachhochschule im Alleingang moderiert und später noch individuell Fragen beantworten wird.

Plädoyer fürs Mass
Der Mann hat die Gabe, nichts zu verteufeln; einzig beim Rauchen, dem Faktor, der die Chance auf arge Herz- und Kreislaufbeschwerden potenziert, verfinstert sich sein Gesicht. Denn eigentlich hat sich die Zahl der Todesfälle, bei denen Herz-Kreislauf- Probleme als Ursache ausgemacht wurden, in den letzten vier, fünf Dekaden kontinuierlich vermindert. Dummerweise haben just in diesen Zeiten aber die Frauen das Rauchen entdeckt. Das schmälert die Erfolgsbilanz, speziell bei Frauen unter 50 Jahren. Das Duo «Pille/Zigarette» sei äusserst gefährlich, schiebt Saner hinterher. Dennoch hätte er gegen den gelegentlichen Genuss einer Zigarre oder Pfeife wenig bis nichts einzuwenden. Eben, alles eine Frage des Masshaltens. Was also tun, um erst gar nicht in die Hemisphäre der Herz- und Kreislauferkrankungen einzudringen? Saner weiss – wie gesagt – Rat. Neuheiten erzählt er keine, vieles ist schon bekannt: Bewegung, ausgewogene Ernährung, die sich – so scheints dem Laien – eher am Vegetarischen orientiert. Das sind die Parameter gesunden Lebens. Selbst das ominöse tägliche Glas Rotwein hält Saner für passabel, ja gar gegen ein zweites hat er nichts einzuwenden. Kaffee unter fünf, sechs Tassen täglich bereiten ihm ebenfalls keine Sorgen und auch Milchprodukte empfiehlt er ohne Zögern. Die Einnahme von Vitamin D hält er aber für dermassen wichtig, dass er gar ein Multivitaminpräparat empfiehlt. «Jedenfalls zur Winterzeit,» wie er sagt. Die tägliche halbe Stunde Und was die Bewegung angeht: 30 Minuten täglich. Dazu rät Saner. Abzuleisten an einem Stück oder portioniert in zwei Tranchen à 15 Minuten beziehungsweise deren drei à 10 Minuten. «Es kommt nicht drauf an», sagt er. Aber machen müsse man es. Und dann, klar: die positive Einstellung; die gelte für alle. Ob kreislaufkrank oder nicht. Die Probleme und das Leben leicht angehen. Wer eher zu Griesgram neige, soll auf Leute zugehen, irgendwie Kontakte knüpfen. «Denn Leute geben einem etwas zurück», so Saner.

Vielleicht nicht gleich beim ersten Mal, aber beim zweiten oder dritten. Die Stunde vergeht im Sauseschritt. Fachmedizinisches reduziert Saner mit Eloquenz aufs Verständliche, stellt Medikamente vor, erzählt aus der Familie, macht da ein Witzlein, dort einen Spruch. Wer ihm zuhört, muss sich beschwingt und kerngesund fühlen. Dass man eben noch von der Beengtheit im Brustkorb als Warnsignal eines Infarktes hörte, ist dabei schon fast vergessen.

Zu den Impressionen
Quelle: Oltner Tagblatt vom 10. April 2014 / Urs Huber

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